Neues vom Heimatverein und aus Lintorf

Heimatverein erwirbt Sammlung Wellenstein

Beiratsmitglied Bastian Fleermann hat für den Heimatverein eine Sammlung von 47 Feldpostkarten aus dem Zweiten Weltkrieg erworben, die der spätere Lintorfer Bürgermeister Edmund Wellenstein als junger Wehrmachtssoldat verfasst und verschickt hatte.

Die Sammlung wurde über einen Internethandel erworben. Über die Herkunft der Sammlung kann keine Angabe gemacht werden.

Edmund Wellenstein wurde am 2. September 1921 in Düsseldorf geboren. Er verstarb am 21. September 1998. Wellenstein war von 1961 bis 31.12.1974 Bürgermeister der Gemeinde Lintorf.

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Übergabe Dorfgesprächkoffer an Grundschulen

Walburga Fleermann-Dörrenberg (rechts), im Vorstand für die Zusammenarbeit mit den Schulen zuständig, und Vereinsvorsitzender Andreas Preuß (rechts) trafen sich jetzt mit den drei Leiterinnen der Lintorfer Grundschulen im Vereinsbüro zu einem Planungsgespräch. Dabei wurde auch ein neuer, gelber Koffer mit den Kostümen für das Dorfgespräch übergeben.

Beim Dorfgespräch stellen Schülerinnen und Schüler der Schulen verschiedene Gebäude in Lintorf vor. Als Bürgermeister zum Beispiel das ehemalige Rathaus oder als Messdiener die Annakirche.

Mit diesem Mitmach-Format sollen die Kinder an die Geschichte ihres Heimatortes herangeführt und ihr Interesse an dieser Geschichte geweckt werden.

Walburga Fleermann-Dörrenberg: "Die Kinder sind mit Begeisterung dabei, wenn sie die Kostüme tragen."

Da die Johann-Peter-Melchior-Schule bereits im Mai zwei Termine für das Dorfgespräch geplant hat, nahm Schulleiterin Marlene Stuckart den Koffer entgegen. Sie wird ihn an die Eduard-Dietrich-Schule weitergeben, die das Dorfgespräch mit ihren Kindern im Juni plant.

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Heimatverein sucht Zeitzeugen

Am 1. Januar 2025 jährt sich die Eingemeindung Lintorfs nach Ratingen zum 50. Male. Der Verein Lintorfer Heimatfreunde (VLH) möchte den Jahrestag in seiner Jahresschrift „Die Quecke“ thematisieren. Dafür sucht er Zeitzeugen.

Vor 50 Jahren tobte im damaligen Angerland der Kampf um die Selbständigkeit der sechs Angerlandgemeinden: Angermund, Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel, Lintorf und Wittlaer mit Kalkum. Der Kampf ging verloren, Angermund, Kalkum und Wittlaer wurden Düsseldorf zugeschlagen, Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel und Lintorf kamen nach Ratingen.

Jetzt sucht der Heimatverein Zeitzeugen für einen Artikel im Jahresheft des Vereins. Dazu soll in den kommenden Tagen hier ein Fragebogen veröffentlicht werden.

Zeitzeugen sind dabei nicht nur Menschen, die bereits vor 1975 in Lintorf wohnten. Zeitzeugen sind auch diejenigen, die erst nach 1975 nach Lintorf kamen, vielleicht sogar erst im vergangenen Jahr. Menschen also, die Lintorf gar nicht mehr als selbständige Gemeinde kennengelernt haben. Ziel ist es zu erfahren, ob sie sich als Lintorfer fühlen oder doch eher als Ratinger und was sie mit Lintorf verbinden.

Die kommunale Neugliederung von 1975 war übrigens nicht die erste, von der Lintorf betroffen war. Schon 1929 gab es eine große Neugliederung. Damals verlor Lintorf knapp ein Drittel seines Gemeindegebietes an Duisburg. Allerdings wohnte in dem großen Waldgebiet rund um Maria in der Drucht kaum jemand. Anders 1975: Über Nacht wurden aus rund 11.000 Lintorfern Ratinger.

Den ausgefüllten Fragebogen bitte an: quecke@lintorfer-heimatfreunde.de 

Fragebogen

Programm im Jubiäumsjahr

Im kommenden Jahr wird der Verein Lintorfer Heimatfreunde 75 Jahre alt. Der Vorstand hat jetzt ein vorläufiges Jahresprogramm 2025 erstellt.

Neben einer Jubiläumsveranstaltung mit Tag der offenen Tür im alten Rathaus werden Wanderungen und verschiedene Dorfführungen angeboten. Die Quecke wird zwei Schwerpunktthemen behandeln: 75 Jahre Heimatverein und 50 Jahre Kommunale Neugliederung.

Wanderbaas Klaus Backhaus wird im Jubiläums Jahr eine Wanderung rund um Ratingen anbieten. Die Wanderung wird im Laufe des Jahres in mehreren Etappen absolviert werden.

Bastian Fleermann wird zur einer Fahrradtour zu Gedenk- und Erinnerungszeichen in Lintorf einladen. Angefahren werden dann unter anderen das Ehrenmal Drupnas, das Ehrenmal des TuS Lintorf, die Kriegsgräber auf dem alten Friedhof, ide Gedenktafel an der Rehhecke und der Stolperstein Otto Amuel am Birkenkamp.

Eine Dorfführung wird zu Orten in Lintorf führen, die einen Bezug zur kommunalen Neugliederung haben. Die Eingemeindung Lintorfs nach Ratingen jährt sich im kommenden Jahr zum 50. Male.

Walburga Dörrenberg plant gemeinsam mit den Lintorfer Grundschulen eine Dorfführung, die von den Schülerinnen und Schüler gemacht wird. Sie soll gleichzeitig mit dem Tag der offenen Tür stattfinden.

Den Tag der offenen Tür plant der Heimatverein für den Denkmaltag 2025 (14. September). 

Die genauen Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.

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Denkmaltag 2024: 8. September

Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Heimatverein am Tag des offenen Denkmals. Der Denkmaltag steht in diesem Jahr unter dem Motto Wahr-Zeichen.

Deshalb hat sich der Heimatverein entschlossen, nach vielen Jahren wieder einmal die Annakirche als einen der zentralen Bauten des Dorfes am Denkmaltag für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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Heimatfreunde trauern um Dietmar Falhs

Dietmar Falhs, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins, ist überraschend am Freitag, 22. Dezember, im Alter von 64 Jahren verstorben.

Dietmar Falhs war nicht nur stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. Er hat das Fotoarchiv des Vereins aufgebaut und betreut. Viele alte Lintorfer brachten ihm ihre historischen Bilder und er war erst dann zufrieden, wenn er alle Personen und Ansichten identifizieren konnte. Seine Vorträge mit Fotos vom alten Lintorf erfreuten sich großer Beliebtheit und lockten immer ein großes Publikum in den alten Ratssaal. 

Außerdem betreute er die Facebookseite des Heimatvereins, die dank seines enormen Einsatzes viele Besucher und Besucherinnen erreichte. Montags war er immer im Büro des Heimatvereins. Er war ein geduldiger und unermüdlicher Ansprechpartner und Experte für viele Mitglieder und andere Besucher.

Im Frühjahr 2023 übernahm Dietmar Falhs zusätzlich eine neue Aufgabe. Er kümmerte sich als Schriftleiter um die Herausgabe der Jahresschrift "Die Quecke". Mit sehr viel Hingabe machte er seine erste Ausgabe mit Bravour fertig. 

Mit Dietmar verlieren wir ein sehr engagiertes Mitglied. Sein plötzlicher Tod hat uns alle sehr erschüttert. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.

Lintorfer Heimaftreunde

 

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Rimma Stoephasius, Generalkonsulin Iryna Shum, Bastian Fleermann, Andreas Preuß und Bürgermeisterin Barbara Esser (von links)
Rimma Stoephasius, Generalkonsulin Iryna Shum, Bastian Fleermann, Andreas Preuß und Bürgermeisterin Barbara Esser (von links)

Heimatverein erinnert an das Lintorfer Lager

Am Freitag, 8. Dezember, um 10 Uhr, enthüllten Andreas Preuß, Vorsitzender des Vereins Lintorfer Heimatfreunde (VLH), und Bastian Fleermann, Beiratsmitglied, eine Informationstafel zum Lintorfer Lager 1943 bis 1960). In dem Lager an der Rehhecke waren zunächst Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, später deutsche Kriegsgefangene und Staatenlose untergebracht. Der Baubeginn des Lagers jährt sich in diesen Tagen zum 80. Mal. Die Tafel steht am Kreisverkehr an der Rehhecke und Am Kämpchen. An der Enthüllung der Gedenktafel nahmen auch Iryna Shum, Generalkonsulin der Ukraine, Bürgermeisterin Barbara Esser und der Beigeordnete Patrick Anders teil.

„Die Idee, mit einer Informationstafel an das Lager zu erinnern, hatte unserer Beiratsmitglied Bastian Fleermann“, sagte der Heimatvereinsvorsitzende Andreas Preuß bei der Enthüllung der Tafel. Er hat sich auch um den Text und die Durchführung gekümmert. Preuß bedankte sich bei der Stadt Ratingen, der Volksbank Rhein-Ruhr, die die Errichtung der Tafel finanziell unterstützten und bei Rimma Stoephasius, einer privaten Spenderin. Die Schwester der heute in Lintorf lebenden 98-jährigen Russin war in einem ähnlichen Lager auf Fehmarn. Dem Tiefbauamt der Stadt dankte er für die unkomplizierte Bereitstellung des Standortes.

Die Ratinger Bürgermeisterin Barbara Esser erklärte in ihrem Grußwort, wie wichtig die Erinnerung an das Lager gerade in der heutigen Zeit sei. An der Rehhecke seien Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter interniert gewesen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges seien hier Menschen untergekommen, die aus ihrer Heimat verschleppt worden waren und nun kein Zuhause mehr hatten.

Bastian Fleermann erinnerte in seiner Ansprache an die Geschichte des Lagers, das im Herbst und Winter 1943/44 als Barackenlager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter des Essener Krupp-Konzerns errichtet wurde. Bis zu 1600 Menschen waren hier interniert. Das Lager wurde im April 1945 von den Alliierten befreit.

„Das Lintorfer Lager diente ab Sommer 1945 als Sammellager für ehemalige Zwangsarbeiter aus Osteuropa, aber auch als Lager für deutsche und ungarische Kriegsgefangene der Briten“, so Fleermann. Später (ab Sommer 1946) wurde das „Lintorf Camp“ ein Sammellager für „Displaced Persons“: heimatlose Ausländer, ehemalige KZ-Häftlinge, Holocaust-Überlebende, Menschen, die als Sklavenarbeiter eingesetzt worden waren, verstreute ehemalige Kriegsteilnehmer. 1960 wurde das Lager aufgelöst.

Den Text für die Informationstafel hat Bastian Fleermann verfasst. Gestaltet hat die Tafel der Düsseldorfer Grafiker Thomas Ullrich. Produziert wurde sie aus nichtrostendem Edelstahl in der Bau- und Kunstschlosserei Gerd Kitzinger.

Die Informationstafel steht am Kreisverkehr Rehhecke und Am Kämpchen in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Standort des Lagers.

 

Text auf der Informationstafel

Das Zwangsarbeiterlager „Fürstenberg/Rehhecke“ (1943-1945)

Im Herbst und Winter 1943/44 entstand hier ein großes Barackenlager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter des Essener Krupp-Konzerns. Ein eigens angelegter Anschluss an die Lintorfer Eisenbahnlinie sollte den Transport der Zwangsarbeiter zur Arbeit in die Rüstungsbetriebe in Essen sicherstellen. Das vom Werkschutz und der Düsseldorfer Gestapo bewachte Lager war am 1. April 1944 fertiggestellt. Die meisten Männer und Frauen, die hier untergerbacht waren, waren Ukrainer und Russen, aber auch Franzosen, Belgier, Niederländer und Italiener. Bis zu 1.600 Menschen wurden hier interniert. Das Lager wurde im April 1945 von den Alliierten befreit. Wie viele Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter im Lager oder bei Krupp starben, ist unbekannt.

 

Das „Lintorf Camp“ (1945-1960)

Das Lintorfer Lager diente ab Sommer 1945 als Sammellager für ehemalige Zwangsarbeiter aus Osteuropa, aber auch als Lager für deutsche und ungarische Kriegsgefangene der Briten. Nach der Entlassung der meisten Kriegsgefangenen (Ende 1945 bis Sommer 1946) wurde das „Lintorf Camp“ ein Sammellager für „Displaced Persons“: heimatlose Ausländer, ehemalige KZ-Häftlinge, Holocaust-Überlebende, Menschen, die als Sklavenarbeiter eingesetzt worden waren, verstreute ehemalige Kriegsteilnehmer.

Hier lebten ukrainische, polnische, serbische, baltische und ungarische Familien. Es gab eine Lagerschule, einen Kindergarten, eine Kirchenbaracke, die von mehreren Konfessionen genutzt wurde, eine Halle für Veranstaltungen, ein Krankenrevier und drei Lagerkantinen mit Einkaufsmöglichkeiten. Im März 1950 wurde das „Lintorf Camp“ auf Betreiben der Briten mit 1.200 Lagerbewohnern, 47 Lagerangestellten und mit einem Umfang von 67 Baracken in deutsche Verwaltungshoheit übergeben. Zuständig war das nordrhein-westfälische Sozialministerium. 1960 wurde das Lager aufgelöst.

 

 

Neues in Kürze

04. Jul 2023  14:38

Die nächste Wanderung ist am Sonntag, 16. Juni.

Verkauf der Quecke im Vereinsbüro und in Lintorfer Geschäften.

Aktuelles

Nächste Termine

Handwerkermarkt: 7. und 8. September
Denkmaltag: 8. September

Quecke zum Herunterladen

Wir haben die Quecke-Ausgaben von 1950 bis 2013 (Nr. 1 bis 83) als PDF-Dateien zum kostenlosen Herunterladen veröffentlicht (siehe Publikationen).

Kontakt

Verein Lintorfer Heimatfreunde e.V.
Altes Lintorfer Rathaus (2. Etage)
Speestraße 2
40885 Ratingen-Lintorf
Telefon: 02102 9291091
info@lintorfer-heimatfreunde.de

Das Büro ist montags von 10 bis 12 Uhr geöffnet.

An folgenden Terminen ist das Büro geschlossen:
12. Februar (Rosenmontag)
25. März und 6. April 2024 (Osterferien)
20. Mai 2024 (Pfingsten)
8. Juli bis 19. August 2024 (Sommerferien)
14. bis 26. Oktober 2024 (Herbstferien)
23. Dezember 2024 bis 6. Januar 2025 (Weihnachtsferien)

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Heimat- und Kulturvereine im Angerland

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